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Inbetriebnahme eines HTC HD2

Ziele bei der Ablösung des bestehenden Handys durch ein Smartphone neuester Provenienz waren:

  1. Telefonieren können
  2. Kamerafunktion für die Dokumentation von Flipcharts und Pinwänden, um nicht ständig eine Digicam mitführen zu müssen.
  3. Elektronische Agenda mit Terminen und Tätigkeiten
  4. Filofax-ähnliche Funktion, um das klassische Zeitplanbuch in Papierform abzulösen.
  5. Ersatz des Auto Navigationssystems
  6. Integration des MP3-Players.

Leider kann man ja diese modernen Werkzeuge vor dem Kauf nicht ausprobieren. Folglich ist bei der Inbetriebsetzung mit Überraschungen zu rechnen.

Die erste Überraschung ist die Kleinheit der Schachtel, in der HTC das HD2 ausliefert. Zuoberst liegt das Handy, darunter das Netzladegerät, ein Datenkabel, eine Sprechgarnitur mit Kopfhörer und eine kompakte Kurzanleitung. Das Auspacken und Vorbereiten des Akkus ging Ruck-Zuck. Beim ersten Einschalten erscheint relativ zügig ein Bild, dass die SIM-Karte verkehrtherum eingesetzt ist – sehr anwenderfreundlich, wie das gemacht ist.

1. Telefonieren können
Als alles richtig eingesetzt ist startet das Telefon. Telefonieren ist sofort möglich.

Punkt 1 der Anforderungsliste ist erfüllt.

2. Kamerafunktion
Die Kamerafunktion funktioniert problemlos. Einfach auf der “Sense”-Oberfläche von HTC den Button “Kamera” anklicken. Die Bedienung ist einfacher als bei einer klassischen Digitalkamera.

Punkt 2 der Anforderungsliste ist somit auch erfüllt.

3. Elektronische Agenda mit Terminen und Tätigkeiten
Der Anschluss an den PC ist ebenfalls sehr einfach. Das Handy meldet sich mit einem Hinweis, von wo bei Microsoft Active Sync heruntergeladen und installiert werden kann. Der Vorteil dieser Installationsart ist, dass die Kunden bei der Auslieferung eines Geräts immer die neueste Softwareversion bekommen.

Die erste Synchronisation von Terminen, Adressen und Aufgaben geht zügig vonstatten.

HTC Sense, die Anwenderoberfläche des HD2, weist einen eigenen Kalender auf, der die Outlook-Termine zur Anzeige bringt. Dieser Kalender ist hervorragend gemacht. Beim Antippen des Kalenderblatts erscheint eine Terminliste mit den Terminen für die nächsten paar Tage. Mit einem Klick kann auf den aktuellen Monat umgeschaltet werden, um einen bestimmten Tag zu suchen. Da könnte Microsoft für Outlook auch noch ein paar neue Dinge lernen.

Mit den Tätigkeiten ist es leider nicht so toll. Tätigkeitslisten in Outlook zu führen ist ja bekannterweise ein unsägliches Geknorze. Hier fehlt im HD2 noch etwas. Es steht lediglich die Aufgabenverwaltung von Outlook zur Verfügung, schade.

Auf dem Desktop habe ich gute Erfahrungen gemacht mit mGSD, dem Nachfolger von Monkey GTD. Es handelt sich um ein Mikro-Wiki, in dem in einer HTML-Datei ein Wiki programmiert ist, und in dem die täglichen Tätigkeiten geplant werden können. Es ist mit Abstand das schnellste und einfachste, um die täglichen Tätigkeiten alle im Griff zu behalten und sicherzustellen, dass nichts vergessen geht.

Um die Tätigkeiten auf dem Smartphone planen und verwalten zu können habe ich die HTML-Datei einfach in einen Ordner auf dem Handy kopiert und im Handy-Browser aufgerufen. Wunderbar, das Wiki kann gestartet werden. Die relativ kleine Schrift des Wikis zeigt, welche enorme Auflösung der kleine Handy-Bildschirm aufweist. Mit einer Spreizbewegung mit zwei Fingern lässt sich der Ausschnitt vergrössern.

Zwei Probleme treten allerdings auf. Der Browser dreht sich nicht von selber ins Querformat. In einem Diskussionsforum finde ich heraus, dass HTC die Bildschirmdrehung relativ restriktiv geregelt hat. Mit dem Utility “BsB Tweaks” ist es möglich, mit der Funktion “Rotate” weitere Programme freizuschalten, damit sie sich beim Drehen des Handys automatisch ans Querformat anpassen. Ähnlich wie früher mit DIP Switches lassen sich in der Registry Veränderungen einfach vornehmen.

Jetzt erscheint mGSD besser lesbar. Ein Editieren auf dem HD2 erweist sich jedoch als kaum möglich. Die Funktionen des Wikis lassen sich zwar betätigen. Ein flüssiges Arbeiten ist jedoch nicht möglich. Beim Versuch, die Änderungen zu speichern, motzt der eingebaute Browser Opera dann, das könne er nicht. Die Ursache scheint fehlendes Java zu sein. Vielleicht schreibt jemand eine Anwenderoberfläche und die notwendigen Zusätze, damit mGSD auf einem Smartphone lauffähig wird?

Jänu, also weitersuchen. Gibt es vielleicht doch noch einen Zusatz, um mit Outlook-Aufgaben ähnlich elegant arbeiten zu können? Die Suche führt zu pTasks. Leider bietet der Autor dieses Programm nicht mehr zum Download an.

Der Punkt “Tätigkeitslisten” ist nicht erfüllt.

4. Filofax-Funktion
Bleibt noch die Filofax-Funktion. mGSD würde diese eigentlich erfüllen. Da es sich auf dem Handy aber kaum bedienen lässt entfällt es als Lösung, leider. Mobile Word erweist sich als zu komplex und lässt sich kaum bedienen. Das gleiche mit OneNote Mobile. Die Bedieneroberfläche von Windows Mobile und den Mobile Office Programmen von Microsoft ist ein wahrer Graus. Hoffentlich bietet HTC im Herbst für das HD2 einen Upgrade auf Windows Phone 7 an.

Als Lösung für schnelle Notizen installiere ich Notepad Mobile, einen kleinen, wieselflinken Texteditor. Der hat leider auch einen kleinen Nachteil: aus irgend einem Grund lässt er sich nicht in die Sense-Oberfläche integrieren und muss über den Datei-Explorer gestartet werden. Ist nicht so schön, aber es funktioniert.

Der Punkt “Filofax” ist höchsten zu 10 % erfüllt.

5. Ersatz des Auto-Navigationssystems
Eigentlich hätte ich gerne wieder Navigon gehabt. Meine Anfrage, ob ein Upgrade von MN5 auf MN7 möglich wäre, damit ich die bestehenden Karten weiterverwenden könne, wurde von Navigon abschlägig beschieden. Auf Nachfrage erfuhr ich weiter, dass Navigon zum MN7 keine Karten für die USA anbieten kann. Hmm, seltsam. Zum PNA 5000 wurden diese gleich auf DVD mitgeliefert.

Die nächste Anfrage ging an Garmin. Gibt es von Garmin eine Navi-Software für Windows Mobile, mit der bestehende Karten weiterverwendet werden können? Nein, leider nicht. Garmin bietet keine Navi-Software für Windows Mobile an. Schade, das eMap von Garmin war bisher das überzeugendste Navigationsgerät, das ich hatte.

Der dritte Versuch galt OpenStreetMap. Kartenmaterial wäre anscheinend fast für die ganze Welt verfügbar. Eine brauchbare Navigationssoftware habe ich leider keine gefunden. Navit lässt sich wohl installieren, funktioniert aber nicht richtig. Die Fonts sind viel zu gross, anscheinend erkennt Navit das Gerät nicht richtig. Schade; was nützen gute Karten, wenn es keine Navi-Software dazu gibt? Fairerweise muss ich aber noch anfügen, dass Navit erst als Version 0.1.1 vorliegt.

Beim weiteren Nachforschen stellt sich heraus, dass auf dem HD2 Google Maps bereits installiert ist. Weiter lässt sich CoPilot 8 herunterladen und installieren. Es wird eine Testlizenz für 15 Tage mitgeliefert. Das elegante an CoPilot ist, dass es auf das Outlook Adressbuch zugreifen kann.

Der Punkt “Auto-Navigation” ist mit CoPilot erfüllt.

6. Integration des MP3-Players
Ein Player ist auf dem HD2 bereits installiert. Musik auf das Handy zu kopieren ist alles, was notwendig ist.

Dieser Punkt ist erfüllt.

Was habe ich mitgeliefert bekommen, was ich nicht bestellt habe?
a) Eine elegante Anwenderoberfläche im Stil von Zen-Design. Diese macht die Inbetriebnahme des Geräts schnell und einfach und ermöglicht einen direkten Zugriff auf die vielen Funktionen des Geräts.

b) Ein besonderer Aufsteller ist die Agenda-Funktion in HTC Sense.

c) Eine Börsenkurs-Applikation, mit der sich über Yahoo Finance die Kursentwicklung mitverfolgen lässt.

d) Einen RSS-Reader, um unterwegs die persönliche Zeitung lesen zu können: Informatik-Klatsch im Golem, Wirtschaft in der NZZ, Börse bei Cash, Politik Schweiz in der NZZ, Lokales aus der Region Zürich im Tages-Anzeiger und die Formel 1 im Blick. Der eingebaute Reader RSS Hub genügt dafür vollständig. Eine erweiterte Lösung ist der Handy-Reader von YomoMedia. Ein wahrer Augenschmaus. Leider lassen sich die Feeds nicht lokal abspeichern.

e) Eine stilvolle Tischuhr. Es dürfte nur eine Zeitfrage sein, bis auch Uhrenhersteller wie zum Beispiel die Swatch Group Add-ons anbieten, damit ihre Kunden sich ihre Omega oder Longines oder Rado auch auf dem Handy installieren können. Rado würde besonders gut zur Sense-Oberfläche passen, finde ich.

f) Einen drahtlosen Router. Für den Fall, dass ich irgendwo in der Prärie gerne meine eMails auf das Notebook herunterladen möchte, lässt sich das HTC HD2 als Router einsetzen.