Gesunder Menschenverstand
Zum Thema “Strom in Europa aus Sonnenkraftwerken in Afrika” bringt E. Kaan in seinem Weblog “Radikale Innovation” eine Stellungnahme treffend auf den Punkt.
Wenn bei der Produktion von elektrischem Strom schon die Chance auf einen Paradigmenwechsel besteht, dann bitte richtig.
Die Technologien für eine dezentrale Stromerzeugung in kleinräumigen Netzen sind alle vorhanden. Politische Abhängigkeiten, wie sie heute bestehen, würden einfach entfallen. Versorgungstechnisch sind Kleinkraftwerke bedeutend weniger fehlerempfindlich als die heutigen Grosstechnologien. Volkswirtschaftlich wäre es so, dass in Europa neue Jobs entstehen für die Entwicklung, Produktion, Montage und den Betrieb der Kleinkraftwerke. Niedrige Strompreise wären garantiert, weil bei diesen kleinräumigen Netzen die Wahrscheinlichkeit bedeutend grösser ist, dass ein funktionierender Wettbewerb resultiert.
This entry was posted on Samstag, Juli 25th, 2009 at 15:01 and is filed under Innovationsprozess, Technologie und Wissenschaft. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.
on 15. August 2009 at 16:33 Marian Bichler wrote:
JA, es geht um radikale Innovation. Die radikale Innovation heißt 100% erneuerbare Energien. Warum? Gründe genug: Klimaschutz, Diversifizierung und Flexibilisierung des Stromangebots, Zukunftsfähigkeit statt Übergangstechnologien (sprich CO2-Abscheidung und Speicherung, Atomstrom). Zukunkftsfähigkeit heißt aber auch: eine europäische statt vieler nationalen Lösungen. Und vor allem: Bündelung aller Kräfte! Jede Möglichkeit dezentraler Stromproduktion samt zukünftiger smarter Abrechnung und Verteilung sollte genutzt werden. Aber schaffen wir es damit, die hohen Standards der deutschen Stromversorgungssicherheit zu 100% durch erneuerbare Energien immer und überall und für jeden in Zukunft sicher zu stellen? Wir brauchen Lösungen, die für alle plausibel sind, wir brauchen Lösungen, die von der Mehrheit der Bevölkerung mitgezogen werden. Wir brauchen Lösungen, die ganz klar als Alternative zu den geplanten neuen Kohlekraft- und (im europpäischen Kontext) Atomkraftwerken auftregen können und akzpetiert werden!
Deshalb brauchen wir das SuperSmartGrid und die Kombination aus dezentraler und zentraler Stromerzeugung. Dezentraler Strom wo auch immer es möglich ist, und als BACKUP: Off-Shore-Wind aus Nord- und Ostsee, zentraler Sonnenstrom aus Südeuropa und Afrika. Ein erneuertes verbundes europäisches Stromnetz, das durch neue Verbrauchsmessungen und Verteilmethoden Engpässe und Überkapazitäten ausgleichen kann.
Nur in dieser Kombi schaffen wir es tatsächlich, unsere Stromversorgung bis 2030 zu 70% und bis 2050 zu 100% aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.
Und damit verbunden sind tatsächlich jede Menge unterschiedlichster Geschäftsmodelle, Smart Metering in den Haushalten für ganz neue Preismodelle, neue Rollen von kleinen und mittelgroßen Stromproduzenten.