Google Wave = Internet 3.0?
Google hat auf seiner I/O-Entwicklerkonferenz im Mai 2009 die neue Kommunikationsplattform “Wave” in einer Developer Preview vorgestellt.
Ein Blick in die auf Youtube veröffentlichte Präsentation zeigt faszinierendes:
Viele PC-Anwender kennen das Problem: Die elektronische Kommunikation hat mit eMail in den 1990er Jahren begonnen. Mit der Zeit kamen immer mehr Anwendungen dazu: Zuerst Bulletin Boards, dann Wikis, Instant Messaging, Chatprogramme, Weblogs, die vielen Social Platforms. Die Anwender müssen sich mit mehr und mehr Antworten herumschlagen. In den Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung geht damit die Produktivität in den Keller, wie eine Untersuchung der Schweizerischen Bundesverwaltung zeigt.
Google hat deshalb bereits vor zwei Jahren mit einem “Greenfield-Approach” ein Entwicklungsteam in Australien damit beauftragt, die elektronische Kommunikation neu zu erfinden, ohne Rücksicht darauf, was es bereits gibt.
Das Ergebnis heiss “Wave” und ist eine Sensation. Die Benutzeroberfläche erinnert von der Struktur her ein bisschen an einen Newsreader. Einträge sind nach Themen geordnet. Emails werden in einer Baumstruktur angelegt, so wie sie auf der Zeitachse entstehen. Das ist der erste Vorteil: Vorbei die Zeit, als “man” suchen und suchen und suchen musste, um in einem Projekt den Kommunikationsablauf nochmals nachzubilden um beispielsweise zu verstehen, was wann, warum und wo schief lief oder genau geschah.
Leser, die den Aufbau der Anwenderoberfläche verstehen möchten schauen am besten die ersten paar Minuten des Youtube-Videos an.
Wave hat noch eine ganze Menge weiterer Vorteile:
- Wave kann eMail, Bulletin Board, Wiki, Instant Messaging, Social Platforms etc. in einem einzigen Programm zusammenbringen.
- Wave wird Open Source sein. Das heisst, Firmen können Wave im Unternehmen installieren. Die bisherigen eMail-Installationen können nahtlos ersetzt werden. Die Kosten sinken, der Lebenszyklus der Hardware wird verlängert, die Administration wird einfacher, die Produktivität steigt wieder.
- Wave passt perfekt in Cloud Computing Konzepte von Unternehmen und Verwaltungen.
- Wave kann bereits jetzt auf verschiedenen Plattformen benutzt werden: Desktop, Notebook, Netbook, Android-Handys, iPhone.
- Wave wird die Arbeit in Projekten verändern. Protokolle von Besprechungen können direkt in Wave gemacht werden. Die Kommunikation mit dem Team über ein Weblog kann direkt aus Wave heraus erfolgen.
- Wave kann wahrscheinlich die Office-Programme vollständig ersetzen. Google veröffentlicht Wave unter einer Open Source Lizenz, weil sie möglichst viele Entwickler dazu ermutigen möchten, Programme für Wave zu schreiben.
Ein Launchtermin wird offiziell noch nicht genannt. Die Freigabe soll jedoch noch dieses Jahr, d.h. in 2009 erfolgen. Interessenten können sich auf der “Wave” Homepage eintragen. Sie werden dann direkt benachrichtigt, wenn Wave freigegeben wird.
Links
Heise: Google I/O: Das Web ist das Programmiermodell der Zukunft
Google: Die offizielle Homepage von “Wave”
This entry was posted on Montag, Juni 1st, 2009 at 09:09 and is filed under Entrepreneurship, Informatik, Neue Produkte, Technologie und Wissenschaft, Venture Capital. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.
on 8. Juni 2009 at 14:12 Wochenrückblick | schweizweit.net wrote:
[...] Google Wave = Internet 3.0? [...]