SAP Business One: Durchgängige Lösung für den Grosshandel und für den Detailhandel
SAP eilt in der Strategieumsetzung mit Riesenschritten voran. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die Kundenbasis von 40’000 auf 100’000 Kunden zu vergrössern.
Dies kann nur über das Erschliessen von kleinen und mittleren Unternehmen erfolgen. SAP hat dies erkannt und in einem ersten Schritt die Konfiguration ihrer mächtigen ERP-Software so vereinfacht, dass sie a) auch ohne interne SAP-Expertise und b) den Budgetmöglichkeiten von KMU angepasst realisiert werden kann. Diese Lösung wird unter dem Titel “SAP All-in-one” kommuniziert. Erste Anwendungsbeispiele sind bereits bekannt. Der Nutzen besteht nicht nicht nur in niedrigeren Kosten und schnellerer Einführung. Die SAP “All-in-one” Kunden erhalten mit der branchenspezifisch vorkonfigurierten SAP-Lösung als Zusatznutzen gleichzeitig die “Best Practice” für die abgebildeten Geschäftsprozesse.

Am 20. November 2007 hat SAP in Regensdorf den zweiten Schritt ihrer Strategieumsetzung vorgestellt. “SAP Business One” sind vertikal integrierte Lösungen für bestimmte Branchen wie zum Beispiel den Handel. Gezeigt worden sind die Lösungen ExpertRetail, Business One “Fashion” und Business One “Sport”.
EFP Consulting AG und B1 Consulting AG stellten am Beispiel Intersport und Huspo Sport Factory zusammen mit ihren Kunden vor, was mit dieser Lösung zum Beispiel im Sporthandel erreicht werden kann:
Der Grosshändler – in diesem Fall Intersport – eröffnet alle Artikel und die Stammdaten inklusive Zuteilung in die Statistikgruppen etc. Grössentabellen, die in diesem Geschäft anscheinend eine Knacknuss sind, löst der Grosshändler einmal und damit gleich für alle seine Kunden.
Wenn die Kunden des Grosshändlers – im Beispiel Huspo – eingekauft haben, werden die zugehörigen Stammdaten direkt vom SAP-System von Intersport ins SAP-System von Huspo übertragen. Der Nutzen ist vielfältig:
Nutzen 1 – Wie entwicklen sich voraussichtlich meine Marge und mein Gewinn? Dies kann der Sporthändler sofort durchrechnen, wenn er bei Intersport einkauft. Ob und ein wie hoher Gewinn erwirtschaftet wird entscheidet sich in der Vorkalkulation. Die alte Kaufmannsweisheit lautet ja “Im Einkauf liegt der Gewinn”.
Nutzen 2 – Keine falschen Grössen mehr. Nichts schlimmer, als falsche Grössen einzukaufen und sie dann im Ausverkauf als Ladenhüter losschlagen zu müssen. Durch die einheitlichen Grössentabellen werden solche dummen Dispofehler im Einkauf mit SAP Business One zuverlässig ausgemerzt.
Nutzen 3 – Stammdateneröffnung und -pflege: Dies ist im unternehmerischen Alltag eine Quelle von stetigem Ärger und Verdruss. Artikel werden falsch eröffnet. Artikel werden von Saison zu Saison in unterschiedliche Produktkategorien eingepflegt mit dem Ergebnis, dass die Statistiken nicht vergleichbar sind. Mitarbeitende müssen im Computer Stammdaten eröffnen, statt dass sie Kunden bedienen und Einnahmen erzeugen. Mit SAP Business One entfällt dies. Die Stammdaten werden direkt vom Grosshändler ins Sportgeschäft hinuntergeladen. Die Geschäftsprozesse werden bereits ab der Bemusterung unterstützt.
Nutzen 4 – Rechenzentrumsbetrieb: Dieser kann bei SAP Business One entfallen. SAP oder SAP-Partner stellen die Software als Service zur Verfügung. Für ein Sportgeschäft mit 5 – 7 Angestellten ist dies eine vorzügliche Lösung, weil sie sich nicht um den Rechenzentrumsbetrieb kümmern müssen. Sie können sich voll aufs Verkaufen konzentrieren.
Nutzen 5 – Statistiken: Der Vorteil eines mächtigen ERP-Systems sind die vielen Daten, die verfügbar sind. “Info Cube” ist ein auf die Branche zugeschnittenes Analysewerkzeug.
Nutzen 6 – Geschwindigkeit und Einfachheit: Die wichtigsten Statistiken wie z. B. die Frequenzanalyse sind direkt an der Kasse aufrufbar.
Nutzen 7 – Einfache Integration von Filialen. Mit SAP Business One kann bei Übernahme eines weiteren Sportgeschäfts oder bei der Eröffnung einer neuen Filiale die Informatik rasch und einfach gelöst werden. B1 wächst einfach mit.
Nutzen 8 – Kurze Einarbeitungszeit: Die Anwenderoberfläche von SAP Business One ist stark an das Erscheinungsbild von Microsoft Office angelehnt. Das Ergebnis sind kurze Einarbeitungszeiten.
Wird SAP Business One ein Erfolg? Das wird die Zukunft zeigen. Bei Intersport sieht es so aus, dass rund 80 % der knapp 300 in der Schweiz angeschlossenen Sportgeschäfte sich bereits entschieden haben, SAP Business One “Sport” einzuführen. Bei 25 Sportgeschäften ist B1 “Sport” bereits eingeführt und in Betrieb.
Generell kann festgestellt werden, dass SAP mit dieser Entwicklung einen neuen Zyklus der Produktivitätssteigerung im Handel eingeleitet hat. Der Schlüssel liegt in der Durchgängigkeit der Daten durch mehrere Handelsstufen.
This entry was posted on Sonntag, Dezember 2nd, 2007 at 13:01 and is filed under Informatik, Projektmanagement, Unternehmensführung. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.