Über die Zukunft der Autoindustrie

Am 24. März 2009 ging der Fiat-Chef Sergio Marchionne auf dem Wolfsberg vor etwa 500 Zuhörern auf Einladung der UBS der Frage nach, was die Herausforderungen und Chancen für die globale Automobilindustrie sind.

Nach einer kurzen Einführung über die Tätigkeiten der Fiat-Gruppe zeigte S. Marchionne auf, dass die Branche “Automobilindustrie” in den letzten Jahren mit 30 % Überkapazität gelebt hat. Sinken die Absatzzahlen, wie es gegenwärtig der Fall ist, liegt die Werksauslastung noch bei etwa 50 %. Klar, dass dies katastrophale rote Zahlen als Ergebnis bringt.

Dazu kommt weiter, dass etliche sehr grosse Automobilkonzerne die Zeichen der Zeit – steigende Treibstoffpreise und allmählicher Rückgang des verfügbaren Treibstoffs – sehr wohl erkannt haben, aber jahrelang keine Massnahmen eingeleitet haben.

Das Ergebnis ist eine Branche, die unrentabel arbeitet, die falschen Produkte herstellt und keine den Markterfordernissen entsprechenden Nachfolgeprodukte im Verkaufsraum hat.

S. Marchionne geht davon aus, dass sich unter diesen Rahmenbedingungen die Automobilindustrie in den nächsten 4 Monaten grundlegend verändern wird. Er schätzt, dass nach der Krise weltweit noch 6 – 7 grosse Automobilkonzerne bestehen werden.

S. Marchionne zeigt weiter auf, dass die Politik mit den staatlichen Hilfsprogrammen völlig falsche Anreize setzt. Nicht lebensfähige Firmen werden so künstlich am Leben gehalten. Der Staat verschleudert Steuergelder in eine Branche, die kein nachhaltiges Steuersubstrat ist. Klüger wäre es, die für staatliche Hilfsaktionen vorgesehenen Gelder in Programme zu leiten, die neue Jobs in neuen Branchen hervorbringen.

Gedacht wird an ein Konjunkturprogramm, das die Mittel als Wirtschaftsförderung vergibt, ähnlich wie eine Venture Capital Finanzierung. Entscheidungskriterien wären die Anzahl neue Arbeitsplätze, die ein Unternehmen schafft, und der Nachweis, dass ein langjähriges, stabiles Steuersubstrat entsteht.

Daraus könnte in meinen Augen auch die Schweiz etwas lernen. Wir haben keine Immobilienblase wie in den USA. Trotzdem fliesst ein Grossteil des Konjunkturprogramm-Gelds in die Bauindustrie. Initiativen, die gezielt die Schaffung von neuen, nachhaltigen Arbeitsplätzen zum Ziel haben, hat es kaum eine dabei.

Dies könnte in der nächsten Konjunkturpaket-Tranche der Schwerpunkt sein.

Corporate Growth – Barrieren beseitigen

In einem Newsletter, der mir heute zugegangen ist, steht:

Did you know that

  • More than 90% of CEOs consider ‘Growth’ their #1 priority, yet two-thirds are dissatisfied with their companies’ current growth efforts.
  • 74% of CEOs ranked executive talent as one of their top internal barriers to growth.

Die Lösungsmöglichkeiten, die ich von meiner Seite aus dafür anbieten kann:

  1. Begleitung / Coaching von Innovationsprojekten.
    Nur ein Externer kann helfen, Paradigmen zu erkennen und zu überwinden. Zusätzlich gewinnen Sie Geschwindigkeit in der Umsetzung. Die Projektbeteiligten erhalten “on-the-job” Impulse, Anregungen und neue “best practice” aus anderen Branchen und Unternehmen.
  2. Falls das “Können” der Knackpunkt ist:
    Meine Vorlesung “Innovations- und Technologiemanagement” kann auch firmenintern durchgeführt werden. Nach der Theorie erlernen, erleben und erarbeiten sich die Teilnehmer mit Fallstudien ein fundiertes Innovations-Know-how. Als Lehrmethode werden Case Studies ähnlich wie in Harvard angewendet.

Mit einem Doppelklick können Sie hier Kontakt aufnehmen …

Die Netbooks werden erwachsen

Eben wird publiziert, dass Acer seine Netbook-Linie “Aspire One” um ein Gerät mit 11,6 Zoll Bildschirm erweitern wird. Das Display soll die Auflösung 1366×768 zeigen, das wäre cool und businesstauglich.

Schafft Acer es noch, die hochglanzlackierte Oberfläche der heutigen Geräte durch etwas zu ersetzen, das Fingerabdrücke weniger aufnimmt, wäre das Reise-Netbook perfekt.

nComputing: Kosteneffiziente Informatik-Lösung für Schulen

Mit Cloud-Computing ist es möglich, Anwendungen aus dem Internet abzurufen. Anwendungssoftware muss nur noch an einem Ort installiert und gepflegt werden.

Auf der Hardware-Seite kommt jetzt etwas ähnliches, das vor allem für Schulen interessant sein dürfte. Moderne PC’s haben ein Leistungsvermögen, das dazu führt, dass die CPU meistens im Leerlauf weilt. Daraus wurde die Idee entwickelt, eine CPU zu nutzen, um mehrere PC’s zu bedienen. “nComputing” war geboren.

Anders als bei Thin-Clients wird jedoch keine teure Serverumgebung benötigt. Ein gewöhnlicher PC kann die Zentrale sein. Die Terminals der einzelnen Anwender sind so kompakt, dass sie auf der Bildschirmrückseite montiert werden können. Die Investitionskosten werden niedriger, der Unterhalt einfacher.

Warum Google so erfolgreich ist

Am 18. März 2009 lud das VR-Forum des ZfU zu einer Präsentation bei Google in Zürich ein.

Beat Bühlmann und Andreas Rode nahmen uns in Empfang. Die Präsentation begann gleich mit Vollgas. Die erste Frage lautete “Wer weiss, was die Mission von Google ist?” Die Antworten kamen etwas zögerlich, stimmten aber in der Richtung:

“Our mission is to facilitate access to information for the entire world.”

“Wie setzt Google diese Mission um?” war die zweite Frage. Rasch tauchten die Teilnehmer in die Geheimnisse ein, wie ein Suchmaschinenbetreiber sein Geschäft führen muss, um erfolgreich zu sein.

Wenn ein Kunde auf die Seite von Google kommt, läuft ein zweistufiger Prozess ab:

  1. Listen to the custmer needs.
  2. Then, show him what he cares about.

Das hört sich ganz einfach an, ist in der Praxis aber anspruchsvoll. Wer die Google Suchmaschine aufruft landet auf einem einfach aufgebauten, übersichtlichen Bildschirm. Der Anwender findet sich sofort zurecht, wo er seine Suchanfrage eingeben kann. Nicht wie bei anderen Seiten, auf denen man auf einer völlig überladenen Bildschirmseite suchen muss, wo man wohl seine Frage eingeben könnte.

Nach Eingabe der Frage hört Google zu. “Was will der Kunde wohl?” wird mit viel Rafinesse geprüft. Gebe ich zum Beispiel ein “Zürich Bern 10.30″ erscheint zuoberst ein Link auf den SBB-Fahrplan. Klicke ich den an, bin ich gleich im SBB-Fahrplan mit den Zugsangaben. Es ist schon verblüffend, dass Google dies anwenderfreundlicher gestalten kann als die SBB.

Google legt allergrössten Wert darauf, dass das Anwenden der Suchmaschine für den Benutzer möglichst einfach ist. Es erinnert von der Einfachheit und Klarheit her an die Linienführung der Apple-Notebooks oder an die Grundsätze, die Garr Reynolds in seinem Buch “Presentation Zen” vermittelt.

Damit lässt sich jedoch noch kein Geld verdienen. Google kam deshalb zur Lösung, vor den Suchergebnissen bis zu drei Inserate einzublenden, sowie auf der rechten Bildschirmseite eine Spalte mit Inseraten einzublenden. Dies ist jedoch nicht irgendwelche Werbung, wie wir es z.B. in einer Illustrierten antreffen. Die geschaltete Werbung steht in einem Kontext zur Suchanfrage. Dies wird illustriert mit der Abfrage “gutbürgerlich essen”, um ein Restaurant zu finden.

Andreas Rode erklärt an diesem Beispiel den Paradigmenwechsel, der gegenwärtig im Marketing ingang ist. Früher ging es für Marketeers darum, einen Markt möglichst gut zu segmentieren, um die Kommunikation zielgruppengenau steuern zu können. Heute ist es umgekehrt. Die Kunden und die Konsumenten haben die Kontrolle. Einerseits wird das Marketeer-Leben einfacher, andererseits anforderungsreicher. Die “Ad Words” steuern, welche Anzeige in welchem Kontext in einer Google-Abfrage zur Anzeige gebracht wird. Ein Marketeer muss folglich herausfinden, nach was seine potentiellen Kunden suchen, wenn er in Google im richtigen Kontext ein Inserat schalten möchten.

Dafür bietet Google spezielle Werkzeuge an. Für “Ad Words” bietet Google eine Einführung für Werbetreibende an. Mit “Google Insights” wird ein mächtiges Werkzeug angeboten, mit dem herausgefunden werden kann, wie oft nach einem bestimmten Begriff gesucht wird. Mit dem “Keyword Tool” ist es möglich, sich verwandte Suchbegriffe anzeigen zu lassen.

Ist das Inserat getextet und sind die Suchbegriffe definiert, muss der Inserent noch festlegen, wie viel er für die Werbung zu bezahlen bereit ist. Definiert werden kann der Preis pro Klick und das Budget für die Kampagne.

“Ist dies erfolgreich?” fragen Sie sich jetzt vielleicht. Die Antwort lautet “ja” in einer Brutalität, die vielen noch nicht bekannt ist. 35 % der Kaufentscheidungen werden heute aufgrund einer Internetrecherche getroffen. Aber erst 4 % der Werbebudgets fliessen in Internetwerbung. Im Klartext heisst das, wer bei Google präsent ist hat eine wesentlich grössere Chance, sich ein Stück aus dem Kuchen zu schneiden, der verteilt wird. Beim Verhältnis Werbekosten zu realisierter Umsatz ist Google-Werbung deutlich erfolgreicher als klassische Printwerbung. Ein grösseres Unternehmen der Freizeitindustrie führt die Kosten für Google-Werbung nicht mehr im Werbebudget. Der Grund ist einfach, aber einleuchtend: “Das, was wir an einem Tag für Google-Werbung ausgeben, haben wir am gleichen Tag mit einem Faktor von 25 – 33 als Internetumsatz in der Kasse. Google-Werbung ist direkt erfolgswirksam”. 3 – 4 % Werbekosten vom Umsatz ist nach meiner Einschätzung hochkompetitiv.

Diese fantastischen Zahlen dürfen aber nicht täuschen. Mit Internetwerbung allein geht es nicht. Je nach Branche braucht es zusätzlich Printwerbung, redaktionelle Beiträge, Direktwerbung, Radio- und Fernsehspots, etc. Internetwerbung funktioniert “nur” im Verbund, dort aber hochwirksam.

In der darauffolgenden Diskussion kam natürlich auch die Frage nach dem Datenschutz, mit dem was Google alles weiss. Die Antwort war sehr interessant: Vom einzelnen Anwender kennt Google nur die Daten einer Session. Die interessieren Google aber gar nicht. Google interessieren die Muster, die hinter den Abfragen stehen, um dem Anwender dann die richtigen Antworten zu präsentieren. Zu verstehen, dass wenn jemand “Zürich Bern 10.30″ eingibt, der Frager wahrscheinlich eine Fahrplanauskunft möchte. Oder dass der Frager nach “gutbürgerlich essen 8610″ Wahrscheinlich Restaurantadressen in Uster bekommen möchte und nicht einen Kochbuchverlag. Oder dass der Sucher nach “Töffversicherung” wahrscheinlich ein Schweizer und kein Deutscher ist, weil ein Motorrad nur in der Schweiz “Töff” genannt wird. Folglich müssen nur Versicherungsangebote für die Schweiz zur Anzeige gebracht werden.

Im übrigen kommen die Anwender alle freiwillig zu Google. Google nimmt im ureigensten Interesse den Datenschutz sehr ernst. Würden Google-Anwender das Vertrauen in die Suchmaschine verlieren, könnten sie schon bei der nächsten Suchabfrage einen anderen Anbieter wählen. Diese direkte Feedbackschlaufen zwischen Kundenvertrauen und erzielbaren Einnahmen kennt Google sehr genau. Entsprechend wird der Datenschutz wahrgenommen.

Beim anschliessenden Rundgang wurde uns gezeigt, wie und warum Google eine besondere Büroarchitektur pflegt. Der Szenenwechsel von der Tudor-Bibliothek ins Aquariumzimmer in die Gaming Hall und am Schluss die Rutschbahn hinunter ins Personalsrestaurant zeigt auf, welche architektonischen Möglichkeiten es gibt, um die Mitarbeitenden immer wieder aus der Routine zu holen und so das Denken frisch zu halten.

Ein eindrücklicher Besuch.

Sieben Wege vorwärts

Für CEO’s, die im Aufruhr der Finanzkrise und Rezession Lösungswege suchen, hat “Strategy + Business” 7 Artikel zusammengestellt, deren Quelle Essays des Beratungsunternehmens Booz & Company sind.

Sie können CEO’s helfen, in einer schwierigen Zeit neue Perspektiven zu gewinnen, um wieder langfristiges Wachstum zu erreichen.

Blogcamp 4

Morgen Samstag findet an der ETH in Zürich die vierte europäische Blogger-Konferenzstatt.

Organisiert wird sie wiederum von Peter Hogenkamp. Als Organisationsform kommt die BarCamp-Methode zur Anwendung. Das heisst, die Konferenz strukturiert sich von selbst.

Microsoft launcht den Internet Explorer 8

Für den 19.3. ab 17 Uhr Ortszeit hat Microsoft den Download für den neuen Internet Explorer freigegeben.

Zum Download geht es hier.

Falls die Seite in den ersten paar Tagen überlastet ist, Sie sich aber schon über die neuen Funktionen informieren möchten, hat Golem einen Testbericht veröffentlicht.

Sun stellt offene Plattform für Cloud-Computing vor

Sun Microsystems präsentiert mit “Sun Cloud” eine offene Plattform für Cloud-Computing an.

Das Angebot ist aus drei Perspektiven betrachtet interessant:

  1. Mit “Sun Cloud” kann Sun Microsystems auch Dienstleistungen verkaufen. Dies generiert einen stetigen Einnahmenstrom, unabhängig von den Hardwareverkäufen, die mehr ein Projektgeschäft sind.
  2. Informatikunternehmen wird mit “Sun Cloud” eine quelloffene Umgebung angeboten, mit der ISP’s (Internet Service Provider) Serverlösungen für ihre Kunden bereitstellen können. Vor allem KMU dürften froh darum sein, den Betrieb eines derart hochspezialisierten und komplexen Servers an ein kompetentes Informatik-Unternehmen auslagern zu können.
  3. Startup’s dürfte es zu schätzen wissen, dass sie nicht in eine eigene Serverumgebung investieren müssen. Mietserver können flexibel mitwachsen und haben den Charakter von variablen Kosten.

Innovation bei Google

google girlBill’s Blog” beschreibt, wie ein “Externer” Innovation bei Google wahrnimmt.

Aus seinen Notizen (Auszug):

  • True innovation means both technical innovaton and business model innovation. They said Page Rank was an example of technology innovation while Text Ads on search pages was business model innovation.
  • 50% of the employees at Google are engineers. From what they said I could also add “and doing engineering work”. I don’t know what the percentage is elsewhere, but I thought this was a great formula for success.
  • When they talked about resources, they talked about people and machines. I found it interesting that they didn’t talk about money.
  • Google uses a 70-20-10 model for where they focus. 70% of their resources focus on core businesses like search, ads, and apps. 20% focus on adjencies or related businesses, and 10% of their resources are focused on exploratory type work.

Mein Kommentar: Gradliniges, gutes Handwerk, konsequent ausgeführt.

Quelle: “The Heart of Innvation

CleverPrint: Neues Druck-Utility

Wer viel Homepages druckt oder speichern will ärgert sich manchmal über die Druckdarstellung. Die erste Seite ist leer, auf der zweiten Seite steht, was man gerne haben möchte, und die dritte Seite enhält nur noch eine Fusszeile.

Solche Seiten vor dem Drucken zu löschen, sie als PDF-Datei abzuspeichern oder zwei oder mehr Seiten auf ein Blatt zu drucken ist jetzt einfach möglich mit CleverPrint.

Lesegenuss: Pfeiffer – Technologiemanagement

Gegenwärtig bereite ich die Vorlesung für Innovations-und Technologiemanagement für das Nachdiplomstudium MAS BEM vor.

Eine spannende Stelle aus dem Studium des Buchs “Technologie-Portfolio zum Management strategischer Zukunftsgeschäftsfelder”:

In genialer Intuition wies Drucker bereits 1968 in seinem Buch “The Age of Discontinuity” auf die wesentlichen Probleme der 1980er Jahre hin, und zwar auf die grossen, trendbruchartigen Veränderungen in Technik, Markt und Gesellschaft. Er wollte damals sein Buch als eine Art Vorwarnung auf das industrielle Management aufgefasst wissen. …

Im Zentrum dieser trendbruchartigen Veränderungsprozesse stehen neue Technologien im Sinn neuer Produkte, Produktionsverfahren und Werkstoffe. Sie können Marktbarrieren niederlegen und so den Markteintritt für Newcomer erleichtern. Damit werden Marktreviere, selbst solche, die Erbhofcharakter haben, zur Disposition gestellt. Ein geradezu typisches Beispiel ist der (industrielle) Aufstieg Japans. Dieser Umstrukturierungsprozess nimmt an Wucht eher zu als ab. …

Grosse, trendbruchartige Richtungsänderungen in Technik, Markt und Gesellschaft im Sinne von Trendbrüchen hat es schon immer gegeben, doch waren sie seltener, traten nicht gleichzeitig auf und zeigten nicht so komplexe Wirkungsbündel. Es sind insbesondere die Veränderungsgeschwindigkeiten, in denen sich unsere heutige Zeit so von allen vergleichbaren Situationen der Vergangenheit unterscheidet.

Solche raschen Veränderungen, die früher für utopisch angesehen und belächelt wurden, sind heute nicht nur für die europäische Büromaschinen, Kamera- und Klavierbaubranche bittere Wirklichkeit.

Das faszinierende ist, dass Professor Werner Pfeiffer, einer der “Gründerväter” des modernen Technologiemanagements, dieses Buch bereits 1982 veröffentlicht hat.

Heute, mit dem industriellen Aufstieg Chinas, der Bankenkrise und deren Auswirkungen auf praktisch alle Branchen und Lebensbereiche, stehen wir wohl wieder vor ähnlichen Veränderungen.

Erste Signale der Konjunkturerholung

Die ersten Fakten sprechen dafür, dass sich die Konjunktur langsam erholt.

  1. Die ersten Grossbanken melden, dass sie seit Januar wieder profitabel arbeiten.
  2. In den USA sind die Hypothekenanträge letzte Woche um 11 % gestiegen. Sie liegen 5,7 % über den Zahlen des Vorjahrs.
  3. Der US-Konsum stabilisiert sich. Die im März saisonal steigende Benzinnachfrage findet auch dieses Jahr statt.
  4. Der Baltic Dry Index, ein Barometer für den Welthandel, steigt wieder.
  5. China: Der Einkaufsmanager-Index steigt wieder. Chinesische Fabriken investieren wieder.

Finanzkrise – Chance und Risiken für Ihr Unternehmen

Unter diesem Titel informierte die Anwaltskanzlei CMS in Zürich am 6.3.2009 über einige gegenwärtig brennende Themen.

Stefan Brunnschweiler berichtete aus aktuellen M&A-Transaktionen und stellte folgende Trends und Entwicklungen fest:

  • Die Anzahl und Grösse der Transaktionen sind rückläufig
  • Gegenwärtig besteht der Markt aus strategischen Investoren
    (Anmerkung des Verfassers: Strategische Investoren sind Investoren, die mit einer Akquisition ihre unternehmerische Tätigkeit expandieren wollen. Finanzinvestoren zielen auf einen rein finanziellen, meist kurzfristig realisierbaren Gewinn).
  • Der Verkäufermarkt der vergangenen Jahre wandelt sich zu einem Käufermarkt.

Als Gründe, warum der Markt in Richtung strategische Investoren dreht, sieht CMS:

  • Es bestehen Chancen, Wettbewerber aufzukaufen
  • Es lassen sich neue Märkte und Absatzwege erschliessen
  • Es lassen sich neue Beschaffungsmärkte erschliessen
  • Es kann die eigene Lieferkette vor einem Konkurs geschützt werden.

Zum Thema Unternehmensfinanzierung, zu Risiken, Alternativen und Restrukturierungen äusserte sich Dr. Stephan Werlen. Eine Umfrage von CMS bei Finanzleitern, wo der Schuh drücke, ergab:

  • Die Zahlungsmoral der Kunden sinkt. Lieferanten verlangen kürzere Zahlungsfristen.
  • Es finden Stornierungen von erteilten Aufträgen und Bestellrückgänge statt.
  • Es müssen Wertberichtigungen getätigt werden, beispielsweise beim Goodwill.
  • Fremdkapital wird teurer.

Kreditverträge werden als “Büchse der Pandora” hinterfragt. CMS empfiehlt allen Unternehmen, diese Verträge in der aktuellen Zeit gründlich unter die Lupe zu nehmen, um nicht plötzlich eine Überraschung zu erleben.

Christian Gersbach schliesslich erläuterte die Feinheiten des Arbeitsrechts in Krisenzeiten, die beispielsweise bei Massenentlassungen zu beachten sind.

Als wichtigstes kam heraus, dass bei M&A-Transaktionen wie auch bei Unternehmensredimensionierungen von Anfang an alle Kompetenzen im Projektteam präsent sein müssen. Typischerweise sind diese intern nicht vorhanden und müssen von extern für das Projekt zugekauft werden.

Der Beizug eines spezialisierten Rechtsanwalts ist sicher notwendig. Ebenfalls beizuziehen ist bei M&A-Transaktionen ein spezialisiertes M&A-Unternehmen. Bei Unternehmenskäufen wie bei Restrukturierungen spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle. Es handelt sich immer um Menschen, mit denen gearbeitet wird, und die reagieren nicht immer rational. Eine professionelle Kommunikation hilft, die Unternehmensziele klar zu kommunizieren und Reputationsschäden zu vermeiden.

Manchmal werden einem Unternehmen M&A-Transaktionen auch ungefragt angeboten. Um rasch zu einer Entscheidungsgrundlage zu kommen, welche Szenarien und Handlungsoptionen sich aus einem Zukauf ergeben, lässt sich am besten mit einem auf Strategie und Innovation spezialisierten Berater ausarbeiten.

Einblick in die Medienbranche

Karl Lüond im Interview beim Tages-Anzeiger: “Die Gratiszeitung ist die Swatch der Medienbranche” und ein paar weitere scharf beobachtete Wahrnehmungen aus der Medienbranche.

Ein Anstoss für Medienschaffende, nicht immer zu jammern, sondern die eigene Tätigkeiten und das eigene Unternehmen proaktiv zu gestalten.