Am gestrigen BlogCamp in Zürich trat überraschend auch Bundesrat Leuenberger auf, der seit etwa anderthalb Jahren in seinem Blog regelmässig Notizen zu Politik und Gesellschaft veröffentlicht.
In seiner Rede erläuterte er zuerst, warum und wie er zum Bloggen kam. Das “Warum” ist rasch erklärt: es war die Neugier (wie bei mir auch). Was ist dieses Medium, was kann es, wie funktioniert es? Ob die Neugier von Berufes wegen (BR Leuenberger ist auch Kommunikationsminister) oder aus persönlichen Gründen stimuliert worden ist, liess er offen.
Das “Wie” ist ein bisschen komplizierter. Als Bundesrat steht M. Leuenberger ja bei allem was er tut im Rampenlicht. Entschieden habe er sich für Blueblog, weil es dort am günstigsten ist.
Bundesrat Leuenberger streicht in seinem Vortrag heraus, dass etwas Wichtiges in der Schweiz die Meinungsfreiheit ist. Dass jeder sagen und schreiben könne, was er denkt. Die Blogs sind ein Instrument, das zur Meinungsvielfalt beiträgt.
Persönlich schätzt er am Weblog, dass er hier von Journalisten unfiltriert seine Meinung und seinen Standpunkt darlegen kann.
Auf die Kommentare in seinem Weblog angesprochen antwortet der Bundesrat, dass es verschiedene Arten von Kommentaren gäbe. Teilweise kommen sie anonym, teilweise kommen sie mit einer differenzierten Beschreibung der Herkunft des Verfassers. Was ihm auffällt in den Weblog-Kommentaren ist, dass viele Kommentare auf die Diskussion der Umwelt- und der Energiefragen fokussieren. Umwelt und Energie ist das, was die Menschen in der Schweiz beschäftigt und antreibt.
Persönlich habe ich es geschätzt, von einem Bundesrat direktes Feedback zu bekommen, was er im Zusammenhang mit dem Erlernen einer neuen Technologie erlebt hat und was seine Wahrnehmung und seine Erfahrungen mit diesem neuen Medium sind. Es ist wahrscheinlich nur in der Schweiz möglich, dass mitten in einem Grossanlass der Informatikbranche plötzlich ein Bundesrat in der Menschenmenge steht, nach ein paar einführenden Worten des Veranstalters auf die Bühne tritt und öffentlich über seine ganz persönlichen Erfahrungen mit einem neuen Medium berichtet.
Tag: BlogCampSwitzerland
Am BlogCamp 3.0, das am 29.8.2008 in Zürich, diesmal im TechnoPark, durchgeführt wurde, vermittelte Dr. Matthias Ackeret, Chefredaktor der Zeitschrift “Persönlich“, einen Einblick in die Entstehung von TeleBlocher.
Es ist eine faszinierende Geschichte, bei der es letztendlich nicht um Geld, Macht oder Politik geht, sondern um Innovation.
Der frühere Bundesrat Dr. Christoph Blocher polarisiere, erläuterte M. Ackeret. Die Menschen verehren ihn glühend oder seien gegen ihn, dazwischen gebe es fast nichts. Die Ursache ortet er in der klassischen “Tellerwäscher-Karriere made in Switzerland”. Chr. Blocher hat es industriell aus eigener Kraft zum mehrfachen Milliardär, militärisch zum Stabsoffizier und politisch bis zum Bundesrat gebracht. Klar, dass es da auch Neider gibt.
Der Kontakt von M. Ackeret zu Chr. Blocher entstand, als es um die Erschaffung des Buchs “Das Blocher-Prinzip” ging. Das Buch erschien in einem kleinen Verlag, dem für die Werbung nur limitierte Mittel zur Verfügung stehen.
Not macht bekanntlich erfinderisch, und Innovation wird in der überwiegenden Zahl der Fälle durch Leidensdruck induziert. So auch hier. Der Autor und der Verlag überlegten sich, wie sie auf eine kosteneffiziente Weise Werbung für das Buch “Das Blocher-Prinzip” machen könnten. Es entstand die Idee, eine Webseite aufzuschalten, in der der damalige Bundesrat einmal pro Woche zu bestimmten Fragen seine Sicht der Dinge darlegt.
Gesagt, getan. Chr. Blocher, damals noch Bundesrat, sagte zu, einmal in der Woche eine Stunde für ein Interview zur Video-Verfügung zu stehen. Die Randbedingungen waren
M. Ackeret erläuterte, dass alle Fragen gestellt werden dürfen sei im Journalismus eine Sensation. Bei den klassischen Medien, Zeitungen wie Fernsehen, sei es üblich, dass jedes Wort in einem Interview durch Pressesprecher abgewogen werden. Der im Publikum anwesende Journalist und Blogger Helmut-Maria Glogger gab dazu ein paar Hintergrund-Informationen und erläuterte, dass das was wir in der offiziellen Presse lesen “Verlautbarungs-Information” sei und nichts mehr mit Journalismus zu tun habe. Es sei vielmehr so, dass einige Journalisten das Gefühl hätten, weil sie in “Bern” nahe bei der Macht sind seien sie es, die die Macht in Händen halten und die Politik machten.
Dem Kommentar nach, den die NZZ zu diesem Vortrag publiziert, fühlt sie sich durch diese Feststellungen ziemlich auf den Schlips getreten, weil ihr so die Larve heruntergerissen wird. Das Schweizer Fernsehen hat schon früher heftige Attacken gegen das Videoblog TeleBlocher geritten. Beim Fernsehen dürfte das Motiv die Angst sein, dass die Konsumenten merken, dass guter Journalismus auch mit bedeutend tieferen Kosten als bei der SRG gemacht werden kann.
Die “out of pocket” Kosten für eine Ausgabe von TeleBlocher belaufen sich auf rund 500 Franken pro Sendung, das Honorar für den Journalisten. Die übrigen Kosten werden durch zwei Festangestellte des Verlags getragen (Kameramann und Tontechniker), die diese Aufgabe im Rahmen ihrer normalen Tätigkeit ausführen. Wie bereits festgestellt war ja das Ziel von TeleBlocher, möglichst günstig Werbung für das Buch zu machen.
Was nun geschah war aber etwas völlig anderes: TeleBlocher schlug ein wie eine Granate und wurde eine Sensation. Bundesbern wurde in den Grundfesten erschüttert und geriet ziemlich in Aufruhr. “Blocher hat einen eigenen Fernsehkanal”, “Berlusconisierung der Schweiz” und weiteres machte die Runde. Auch die Gesetzeshüter und weitere Beamte standen rasch auf der Matte. Ob das rechtens sei, was da geschehe, ob man das verbieten müsse, ob da neue Regulierungen notwendig seien und wohl auch, ob hier für den Staat noch eine neue Einnahmequelle erschlossen werden könnte.
Auf die Frage angesprochen, was denn diese enormen Reaktionen verursacht habe, meint M. Ackeret, es sei die Authentizität. Chr. Blocher habe die Fähigkeit, nicht nur eine Meinung zu haben, sondern diese auch kundzutun. Kundzutun auf eine glaubhafte Art und Weise. Hinzustehen und seine Meinung zu vertreten, auch wenn sie vielleicht nicht bequem sei. Und Dinge durchzuziehen.
Bundesrat Pascal Couchepin behauptet, er könne sich kein eigenes Fernsehen leisten, weil er nicht Milliardär sei. TeleBlocher beweist das Gegenteil.
Es braucht aber andere Voraussetzungen, damit ein Videoblog erfolgreich ist: Es braucht einen Inhalt. “Content is King” sagen die Werbeleute; dies wird durch TeleBlocher eindrücklich bestätigt. Es komme auch nicht auf die Darstellung an. Peter Hogenkamp, der Organisator des BlogCamp 3.0, der in Personalunion während dem Vortrag die Livedemo durchführt, bemerkt dazu, es wäre aber vielleicht eine gute Idee, beim TeleBlocher auch noch 500 Franken in die grafische Gestaltung zu investieren. Ein anderer Teilnehmer bemerkt, die RSS-Feeds würden auch noch fehlen; diese würden die Bekanntheit dieses Videoblogs noch weiter fördern.
Auf die Frage, ob TeleBlocher werbefinanziert sei, antwortet M. Ackeret, aufgrund der Polarisierung, die durch Chr. Blocher stattfinde, sei es kaum möglich, Werbeeinnahmen zu bekommen. Die einzige Werbung im TeleBlocher ist für das Buch “Das Blocher-Prinzip”; dafür ist diese Plattform auch erschaffen worden.
“Hat TeleBlocher Ihr Leben verändert?”, möchte ein Teilnehmer wissen. “Und würden Sie so etwas noch einmal realisieren?”. M. Ackeret antwortet freimütig, dass TeleBlocher sein Leben verändert hat. Er sei zum Beispiel plötzlich im Radio gekommen, das sei schon etwas neues gewesen. Aber er würde so ein Projekt wieder machen. Es sei Pionierarbeit, und es sei das erste Videoblog dieser Art. Das Medium sei so gut, dass der englische Premierminister Gordon Brown demnächst eine ähnliche Plattform realisiere.
Tag: BlogCampSwitzerland
In England hat ein Flugzeug mit 18 Metern Spannweite, das seine Energie aus Sonnenzellen bezieht, einen Non-stop-Flug von 72 Stunden absolviert.
Dieses Flugzeug kann theoretisch unbeschränkt in der Luft bleiben. Die Erfinderfirma denkt darüber nach, wie dieses Flugzeug als unbemannter Aufklärer eingesetzt werden kann.
Eine Möglichkeit zum Finden neuer Zielgruppen ist, die Märkte anders – neu – zu segmentieren. Getränkekonzerne wie Coca-Cola haben dies getan, indem sie nicht mehr nur den Limonadenmarkt betrachtet haben, sondern den Flüssigkeitsbedarf des Menschen. So fanden sie den Markt “Wasser”. “Mineralwasser”, um präzis zu sein.
Einen anderen Weg ging Rivella. Nach Rivella Rot, dem ersten Produkt, kamen Rivella Blau (zuckerfrei), Rivella Grün (Energy Drink basierend auf Grüntee-Extrakt) und seit dieser Woche Rivella Gelb. Bei Rivella Gelb war der Auslöser, dass 17 % der erwachsenen Menschen Milch nicht verdauen können. Rivella Gelb basiert auf Sojaserum anstelle von Milchserum.
Clever, nicht?
Nun gibt es ja spezielle Nahrung für Kleinkinder. Für ältere Menschen, für schwangere Frauen, also für Menschen in besonderen Lebensumständen, gibt es aber noch nicht viele Spezialprodukte. Schwangere Frauen sind jetzt aber als Zielgruppe entdeckt worden.
Das französische Unternehmen Luna, das in der Babynahrung-Herstellung tätig ist, bringt neu eine Bioprodukte-Linie, die speziell für schwangere Frauen erschaffen worden ist.
In der Handelszeitung vom 2. Juli 2008 kommt Ulrich Graf, VR-Präsident der Kaba, zum Thema “Unternehmensstrategie” zu Wort.
Er pflegt seine Feststellungen mit klaren Worten auszudrücken. Selbst brillante Strategien seien oft erfolglos, beobachtet er. Sein Gegenmittel:
“Gackern und Eierlegen sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen”.
Den richtigen Weg fürs Unternehmen sollten Verwaltungsrat und die oberste Geschäftsleitung gemeinsam definieren – sofern das Zusammenspiel zwischen ihnen gut funktioniert. Dabei seien besonders die Bereiche Innovation, Funktionalität und Qualität, Kosten und Produktivität sowie Zeit und Logistik zu beachten.
Es klinge zwar banal, wenn komplexe Strategieüberlegungen reduziert werden auf einen Fragenkatalog wie
“Was machen wir?
Machen wir das Richtige?
Wie machen wir es?
Machen wir das Richtige richtig?
Wer macht es?
Machen es die richtigen Leute?”
Die richtige Beantwortung dieser Fragen ist nach seiner Erkenntnis aber trotzdem entscheidend.
Why is it so hard to stimulate innovation inside big corporations, while at the same time VCs are awash in innovative business plans and people?
Sharon Gillenwater gives an insight view in an article in Business Week.
The two main barriers are:
- Fear: Employees are thinking “If I try something new and fail, will I lose my job?” Incredible, but reality.
- The company’s own internal structure or processes: The typical middle manager will always give you 10 reasons why they can’t take advantage of a great idea. In 9 cases out of 10, the issues are internal and not at all relevant to the business problem they are trying to solve. All they can see is that implementing the idea will make their job harder.
In my eyes is not “change management” the recommended solution. Sorry to say, but “change management” is in many cases used as an excuse for a missing strategy. The best working solution is to talk with the people. To explain the goals which need to be achieved. This creates energy and empowers the employees to find solutions even for tricky problems to solve. Without pressing people to do something they don’t understand.
The result of this? Nothing motivates people more than success.
Das Geschäftsmodell der Mobiltelefonanbieter wird immer absurder. Nachdem bislang zu einem neuen Handyvertrag praktisch ein Mobiltelefon verschenkt worden ist gehen die Telekomfirmen neuerdings dazu über, so auch Kaffeemaschinen und Handys zu “verschenken”.
Die Zeche bezahlen die Kunden in der Schweiz selber. Durch im internationalen Vergleich hohe Mobiltelefon-Gebühren. Am meisten bestraft werden mit diesem Geschäftsmodell Kunden, die nicht jedes Jahr den Anbieter wechseln und die mit ihrem Handy telefonieren, solange es funktioniert, nicht bloss bis es nicht mehr dem letzten Schrei entspricht.
Da bietet sich eine Geschäftschance für einen Anbieter von Mobiltelefonverträgen, der keine Hardware als “Geschenk” anbietet, sondern wettbewerbsfähige Handytarife.
Der Tages-Anzeiger berichtet, dass etliche US-Grosskonzerne ihren europäischen Hauptsitz in der Schweiz eröffnen. Die bevorzugten Regionen sind Genf und Zürich.
Chiquita, Yahoo und Nissan ziehen nach Rolle am Genfersee, wie Anfang August bekannt wurde. Google und Microsoft sind in Zürich. Ecolab hat sich Wallisellen als Standort ausgesucht.
Die Hauptgründe dafür sind die zentrale Lage und die Lebensqualität, die die Schweiz bietet.
Dass es relativ einfach ist, gut qualifiziertes Personal zum Umzug in die Schweiz zu bewegen, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Kürzlich durfte ich ein Industrieunternehmen als Berater unterstützen in einem Projekt, um die Erfindungshöhe der Innovationen zu erhöhen. Als Lösungsansatz wurde ins Auge gefasst, die besten Forscher und Entwickler des Konzerns an einem Standort in der Schweiz in einem neuen F+E-Zentrum zusammenzuführen. Einige Schlüsselpersonen wurden konkret angefragt, ob sie in die Schweiz umziehen würden. Die meisten Stellen wurden jedoch intern offen ausgeschrieben. Die Erwartungen, wieviele der hochqualifizierten Leute umziehen würden, wurden weit übertroffen. Rund die doppelte Anzahl der budgetierten Personen zogen intern um und zügelten mitsamt ihrer Familie in die Schweiz. Das half enorm, das neue F+E-Zentrum schnell in die Gänge zu bringen. Bei den Stellen, die extern besetzt werden mussten, stellte sich eine zweite Überraschung ein: Der ansteckende unternehmerische Geist, der in dem neuen F+E-Zentrum mit allen Sinnen spürbar ist, ist ein wesentliches Element, um die besten Kandidaten aus der ganzen Welt anzuziehen.
Gute Unternehmensleiter wissen es ja schon längst: “Oohni Lüüt gaat nüüt”.
Für Firmen, die sich konkret in einer Standortevaluation befinden: In Volketswil hat es in bestehenden, gut eingerichteten, modernen Gebäuden Räume für Verwaltung, Entwicklung und Produktion. In Uster, im Industriegebiet Looren, hat es noch erschlossenes, baubereites Land. Mitten im Zentrum von Uster steht das Gelände des ehemaligen Zeughauses zur Verfügung.
Für Unternehmen mit ganz grossen Plänen bietet sich Dübendorf an. Hier steht das Grundstück des nicht mehr genutzten Militärflugplatzes zur Verfügung. Darauf kann bei Bedarf ein ganzer Stadtteil gebaut werden.
Das Zürcher Oberland hat einige sehr spezifische Standortvorteile:
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Verkehrsmässig günstig gelegen. Mit der S-Bahn in 15 Minuten im Zentrum von Zürich. Mit dem Auto in 20 Minuten am Flughafen Kloten.
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Keine Staus wie in der Stadt Zürich, auf dem Nordring oder über den Hirzel, in denen wertvolle Arbeitszeit vernichtet wird.
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Im Dreieck der Eidgenössichen Technischen Hochschule und der Universität Zürich, der Fachhochschule Zürich in Winterthur und der Fachhochschule Rapperswil gelegen. Der ideale Standort, um junge Betriebswirtschafter und Ingenieure in ausreichender Zahl zu rekrutieren.
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Hoher Freizeitwert, kulturell, infrastrukturmässig und sportlich.
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Die höchste Industriedichte im Kanton Zürich. Die Liste der Namen von Weltklassefirmen im Zürcher Oberland beginnt mit Hewlett-Packard in Dübendorf und endet mit Firmennamen wie Belimo, BMW-Sauber, Ferag und Reichle-de Massari in Wetzikon und Hinwil.
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Kooperative Behörden und Wirtschaftförderer in den Gemeinden, die Interessenten in der Evaluation unterstützen und begleiten.
Fazit: Ein cooler Standort, um Weltklasse zu praktizieren.
Am Freitag nächster Woche findet in Zürich der dritte Blogger Kongress statt – diesmal im Technopark.
Die Teilnehmerliste liest sich wie das “Who is who”. Besonders freut es mich, einige Blogger wieder und einige neue Blogger persönlich zu treffen, von denen ich bislang nur ihr Produkt – ihr Weblog – kenne.
“Wer da alles kommt?” Spontan ins Auge gesprungen sind mir beim Durchblättern der Teilnehmerliste Nicoals Berg, Mitbegründer von Xing – Remo Conoci (Goggiblog) – Remy Blättler (Supertext) – Stefan Bucher, der bei Cablecom die Blickis realisiert hat, ein internes Weblog – Christian Leu (Leumund) – Lesley Spiegel, Direktorin des Technoparks – Jens Wiese (Blogwiese).
Organisiert und moderiert wird der Anlass von Peter Hogenkamp.
Falls Interesse besteht – mit etwas Glück können Sie noch einen Platz bekommen.
Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, sollte man meinen. Die Klimaanlage braucht viel Energie, wenn die Sonne scheint und es warm ist. Was liegt also näher, als Klimaanlagen mit Sonnenenergie zu speisen?
In der Praxis ist jedoch das Gegenteil der Fall. Klimaanlagen werden mit Strom betrieben, der in klassischen Kraftwerken erzeugt wird. Der Energieverbrauch von Klimaanlagen ist dermassen stark steigend, dass dadurch die Erreichung der globalen Klimaziele gefährdet wird.
Die FAZ bringt dazu einen interessanten Hintergrundartikel.
Nachdem für Elektroautos für die grossflächige Anwendung bisher mehrheitlich untaugliche Konzepte (Energie aus Atomstrom oder Wasserstoffzellen) verfolgt worden sind, hat nun ein Konsortium aus Automobilingenieuren und der mit Venture Capital finanzierten Organisation “Better Place” damit begonnen, ein Fahrzeug zu entwickeln, das echte Chancen auf Realisierbarkeit hat.
Bei grossflächiger Umstellung des Verkehrs auf Elektroantriebe fällt Atomstrom als Energiequelle aus, weil gar nicht genügend Atommeiler zur Deckung der zu erwartenden Nachfrage zur Verfügung stehen und auch nicht innert nützlicher Frist gebaut werden können. Brennstoffzellenantriebe mit Wasserstoff sind zwar technisch brillant, aber von einer industriellen Verfügbarkeit genauso weit weg wie der Nuklearstrom.
Ein Knackpunkt bei Akkus ist, dass die Ladezeit relativ lange ist. Das Konzept sieht deshalb vor, dass an “Tankstellen” Akkupacks gewechselt werden können. Leere Akkus werden gegen volle ausgetauscht. Damit kann der relativ langsame Ladevorgang externalisiert werden. Es ist auch möglich, die Akkus mit Wind- oder Sonnenenergie zu laden, die ja bekanntlich nicht stetig anfällt.
Das Konsortium verfolgt einen integrierten Ansatz, der parallel die Entwicklung des Fahrzeugs und den Bau des “Tankstellennetzs” verfolgt. Dabei gelangen verfügbare Technologien zum Einsatz, die in kleinen, dezentralen Strukturen aufgebaut und verwendet werden können.
Alle, die selber schon einmal in einem Karaoke-Lokal aufgetreten sind wissen, dass es ziemlichen Mut erfordert, das Mikrofon in die Hand zu nehmen und in aller Öffentlichkeit die Gesangsfähigkeiten 1:1 vorzuführen. Auch wenn “man” weiss, dass jeder Applaus bekommt, unabhängig von den gesaglichen Fähigkeiten, erfordert es Mut.
Ein Knackpunkt, der Nicht-Karaoke-Kennern kaum bekannt sein dürfte, ist dass es gar nicht so leicht ist, zur eigenen Stimme passende Playbacks zu bekommen. Die in Plattengeschäften kaufbaren Songs sind oftmals von niedriger Qualität, notenmässig und wie sie gespielt sind. Ein Hören und Probieren vor dem Kauf ist vielfach nicht möglich. Das Ergebnis ist, dass schnell einmal ein grösserer Betrag ausgegeben ist, bis man zu einem bestimmten Song die passende Instrumentalversion gefunden hat. Oder dass man 20 Playbacks kaufen muss, nur um die Begleitung zu einem bestimmten Song zu bekommen.
Was die Musikindustrie jahrelang als Geschäft belächelt und übersehen hat setzen jetzt Informatiker um. Mit neuen Mitteln und einem neuen Geschäftsmodell.
Auf der Internetseite www.talentrun.de lässt sich online aus etwa 500 Songs auswählen. Ist der Computer mit Mikrofon und Webcam ausgrüstet lässt sich live vor Internetpublikum singen.
Die Vorteile sind vielfältig:
- Die (relativ hohen) Ausgaben für das Orchester entfallen.
- Man kann dann singen, wenn man Zeit und Lust hat, und nicht nur dann, wenn das Karaoke-Lokal geöffnet hat, sofern überhaupt eines in der Nähe ist.
- “Man” kann online üben vor dem Liveauftritt in einem Karaoke Lokal.
Dass das Konzept von Online Karaoke einem Bedürfnis entspricht lässt sich daran ablesen, dass die Antwortzeiten der Seite teilweise etwas langsam sind. Die Bandbreite gelangt aufgrund des Ansturms bereits an Grenzen.
Am besten probieren Sie es gleich selber aus.
Eine Theorie im Innovationsmanagement besagt, dass in der Entstehungsphase eines Produkts typischerweise ein Produkt angeboten wird: die Lösung für ein bestimmtes Problem.
Setzt sich diese neue Lösung am Markt durch und findet mehrere Käufer, gehen die Hersteller dazu über, verschiedene Versionen des neuen Produkts herzustellen. Damit können unterschiedliche Kundenwünsche differenziert bedient werden. Ein Beispiel dafür sind PC-Bildschirme, die es in verschiedenen Grössen gibt.
Bei den Gratiszeitungen ist ähnliches zu beobachten. Zuerst sind inhaltlich knapp formulierte Tageszeitungen in einem Kompaktformat als “Gratisblatt”, also zu 100 % mit Werbung finanziert, erfunden worden. Die erste Versionierungs- und auch Differenzierungswelle lief auf der inhaltlichen Seite ab. Zuerst ging der Trend Richtung Boulevard; das noch junge Blatt “Punkt CH” wählte “unaufgeregte Berichterstattung” als Leitmotiv.
Als nächstes erschien mit “Blick am Abend” eine Gratiszeitung, die eine jüngere Leserschaft hauptsächlich mit aktuellen Informationen versorgt, wie die Freizeit am Abend verbracht werden kann.
Die jüngste Innovation ist noch im Projektstatdium. Ab Oktober will “20 Minuten” am Freitagabend eine Ausgabe “20 Minuten Friday” publizieren, die wohl die Gestaltung des Wochenendes zum Inhalt hat und folglich auch Lifestyle Themen umfassen wird. Das Thema “Wo gehe ich hin” wird ergänzt um “Was ziehe ich dazu an?”
Klar, dass der Konkurrenzverlag Ringier das nicht konkurrenzlos hinnehmen will und ebenfalls ein Blatt in Entwicklung hat, um eine ähnliche Zielgruppe mit der Marke “Blick” anzusprechen.
Das ist ein typisches Muster, das man in Branchen antrifft, die sich in der Wachstumsphase befinden.
Bei den klassischen Tageszeitungen lassen sich die Muster der Reifephase beobachten. Da hier kaum mehr neue Dinge erfunden werden können lassen sich meist nur noch Vorteile erzielen, indem rationalisiert wird. Ein Beispiel dazu ist die Konzentration bei den Zeitungsverlagen, indem immer weniger Tageszeitungen mit immer grösseren Auflagen entstehen. Dadurch lassen sich Grössenvorteile (“Economies of scale”) ausnützen. Oder es werden Nachrichtenredaktionen für die Onlinezeitungen zusammengelegt, wie das in diesen Tagen der Tages-Anzeiger mit der Basler und weiteren Zeitungen realisiert.
Die spannende Frage ist, ob es bei den klassischen Zeitungen wirklich nur die Methoden und Möglichkeiten des Rationalisierens gibt. Oder ob sich Innovationsmöglichkeiten finden lassen, die eine Durchbruchinnovation sind. Erfindungen, die der klassischen Tageszeitung wieder steigende Auflagen, grössere Druckumfänge und damit höhere Einnahmen und nachhaltige Erträge bescheren.
Das wäre ein Innovationsprojekt, auf das ich mich mit Begeisterung stürzen würde.
“Was ist das, ein Carputer?” werden Sie sich vielleicht fragen. Es ist ein neues Gerät und ein neues Wort. Die Synthese aus Car und Computer. Car + Computer = Carputer.
Die neuen Bonsai-Notebooks von z. B. Acer oder Asus ermöglichen es, dass man die Hauptfunktionen des elektronischen Büros theoretisch auch ins Auto mitnehmen kann. Die neuen Mini-Notebooks mit 8,9 Zoll Bildschirm ermöglichen es, einigermassen normal mit dem Gerät zu arbeiten. Bei den jetzt aktuellen Bildschirmen mit 8,9 Zoll Bilddiagonale ist es auch möglich, das Display ohne Lupe zu lesen. Die Auflösung von 1024 x 600 dpi genügt auch für die typischen Büroanwendungen.
Die neuen Mini-Notebooks eröffnen ein neues Segment der “Reise-Computer”. Das sind kleine, leichte Notebooks, die auch im Auto verwendet werden können. Geräte, die Büroanwendungen erweitern auf die Bedürfnisse, die man unterwegs hat. Ans Ziel navigiert zu werden. Unterwegs Musik, Podcasts oder Hörbücher zu hören, etc. Oder den Reiseführer elektronisch dabeizuhaben.
Die Hardware ist da – wie sieht es mit der Software aus? Leider noch nicht so gut. Im Vordergrund stehen zwei Knackpunkte: brauchbare Navigationssoftware für PC’s und eine speziell auf die Anwendung im Auto abgestimmte Anwenderoberfläche mit grossen Icons zum Aufrufen der wichtigsten Programmfunktionen. Erste Lösungsansätze gibt es bereits. MediaEngine scheint ein Open Source Projekt zu sein. Eine ansprechende kommerzielle Lösung ist CentraFuse .
Nun darf man gespannt sein, was die grossen Informatikfirmen bringen werden. Microsoft könnte Autoroute z. B. einmal gründlich überholen. Die Software bedarf dringend einer Anpassung der Anwenderoberfläche. Verglichen mit den Funktionalitäten von Garmin oder Navigon ist Autoroute noch mehrere Generationen im Rückstand. Nützlich wäre auch eine Verknüpfung mit Outlook. Damit könnte bei Anklicken eines Namens gleich die Navigation zu der Adresse gestartet werden.
Wer in diesem neuen Marktsegment das Rennen machen wird ist noch völlig offen. Microsoft hätte sicherlich eine gute Ausgangslage. Die weiteren Konkurrenten, seien es die Open Source Community, weitere Softwarehäuser oder auch die Hardwarehersteller, haben aber ebenfalls gute Chancen. Die erste gute Systemlösung dürfte sich hier als Quasi-Standard etablieren.
Der Schweizer Bildhauer Thomas Schweizer stellt vom 27. Juni bis am 29. August 2008 an der Sommerschau bei “Kunst im West” aus.
Die Ausstellung erfolgt in Zusammenarbeit mit Koller Auktionen . Die Skulpturen werden im Kontext mit schönen Designer Teppichen, kombiniert mit erlesenen antiken Möbeln und Einrichtungsgegenständen ausgestellt.
Die Ausstellung ist geöffnet von Dienstag bis Freitag, jeweils 14 – 18 Uhr.