Google als Unternehmen der “neuen Medien” und die Zeitungen als “alte Medien” liefern sich im Zug des Medienwandels einen heftigen Schlagabtausch. Während die “alten Medien” nach einer Regulierung schreien stellt sich Google auf den Standpunkt, technologische Veränderungen habe es schon immer gegeben und diese seien für Zeitungen nichts Neues. Für Geschäftsprobleme benötige es Geschäftslösungen, nicht staatliche Regulierungen.
Das Velo neu erfinden – geht das? Betrachtet man die Schaufenster von Velohändlern bietet sich überall das gleiche Bild: Dreieckige Velorahmen, seit 50 Jahren gleich gebaut.
Innovation hat bei den Teilen stattgefunden: Die Übersetzungen sind stetig weiterentwickelt worden. Für Rennvelos gibt es Klickpedale. Bei den Lenkern ist die Bretzel- oder Schmetterlingsform dazugekommen. Veloreifen gibt es auf die Anwendung optimiert, vom Rennreifen bis zum komforterhöhenden Ballonpneu für Citybikes. Bei den Bremsen sind Cantilever-Mechanik und Scheibenbremsen dazugekommen. Aber der Rahmen – immer die gleiche Geometrie.
PG-Bikes bringt jetzt einen neuen Ansatz. Geschwungene Fahrradrahmen dominieren das Bild. Es stehen auch zugkräftige Elektroantriebe zur Auswahl. “Sieht der Nahverkehr in Zürich in ein paar Jahren so aus” schoss es mir durch den Kopf, als ich das Bild auf der Homepage von PG-Bikes sah. Auch das Modell “Blegg Box” “Black Block” dürfte rasch Freunde finden.
Für einen Arbeitsweg von 20 – 40 Kilometern dürften sich diese Velos gut eignen. Die Vorteile sind: Bei Staus kann in einer Kolonne nach vorne aufgeschlossen werden, Veloparkplätze brauchen weniger Platz in der City, dank dem Elektroantrieb können auch Anzugträger mit dem Velo ins Bürofahren und unverschwitzt mit der Arbeit beginnen.
Seine Kernpunkte sind, dass die Globalisierung zwar China hilft, aber in den Industrieländern nicht mehr Wohlstand, sondern mehr Armut gebracht habe.
Folge ist, dass die verschiedenen Länder bzw. deren Steuerzahler einspringen mussten, um die Weltwirtschaft vor dem Totalkollaps zu bewahren.
Eine simple Frage stellt sich tatsächlich: Wie lassen sich die freiwerdenden Arbeitnehmer in den westlichen Industrieländern beschäftigen, wenn die Produktion von sehr zahlreichen Gütern nach Asien verlegt wird? Soviel mehr Arbeitskräfte benötigt die Dienstleistungsbranche höchstwahrscheinlich nicht, wie hier freigesetzt werden. Kommt noch dazu, dass uns demnächst das Erdöl ausgeht, dann kippt das Konzept vollends. Weil globale Transporte zur Herstellung von z. B. Plasticgeschirr nicht nur nicht mehr bezahlbar sind, sondern physisch unmöglich werden.
Eine mögliche Lösung wäre, wieder in kleinräumigeren Dimensionen zu denken und zu leben. In Wirtschaftskreisläufen, die nachhaltig sind, weil sie nicht nur auf niedrigen Transportkosten und billigsten Arbeitskräften beruhen. Sondern auf Grundlagen, die auch noch funktionieren, wenn kein oder bedeutend weniger Erdöl zur Verfügung steht.
Ich will damit nicht neuem Nationalismus das Wort reden. Sondern nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen.
Ein erster Schritt könnte sein, vom Erdöl unabhängig zu werden. Durch die konsequente Nutzung erneurbarer Energien. Wir brauchen in Zukunft circa 40 % mehr elektrischen Strom. Nur weiss noch niemand, wo der herkommen soll. Wird er in den Industrieländern dezentral produziert würde etwas Wunderbares entstehen. Der Reichtum und der Wohlstand fallen nämlich dort an, wo die Wertschöpfung passiert. Das wäre in diesem Fall in den Industrieländern.
Ein zweiter Schritt ist die in auf Kontinenten fokussierte Produktion von Nahrungsmitteln. Hat es weniger Öl zur Verfügung stehen uns im Supermarkt im Winter sehr wahrscheinlich keine neuseeländischen Kiwis oder arabischer Kopfsalat mehr zur Verfügung. Es müsste alles wieder lokal produziert werden. Mit erneuerbaren Energien und Gewächshäusern wäre das möglich. Hier geschieht wieder das selbe: Die Menschen sind beschäftigt. Die Wertschöpfung wird in der gleichen Region erzielt wie der Verbrauch.
Die Ungleichgewichte auf der Welt werden damit nicht grösser, sondern kleiner. Weil es Friktionspunkte nur noch an den Nahtstellen gibt, nicht mehr im ganzen globalen Geschäftssystem wie heute.
Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Konzepte nicht lokal begrenzt sind. Was sich bewährt kann in anderen Regionen angewendet und so multipliziert werden. Länder und Regionen könnten sich so in einem Tempo entwickeln, dass die Bevölkerung auch mit- und nachkommt.
Die Steuerbehörden in etlichen Industrieländern haben gründlich vergessen, dass sie primär die guten Steuerzahler brauchen, damit ihr System funktioniert.
Das Überschiessen der US-Steuerbehörden zeigt nun gravierende Konsequenzen auf die Wagniskapital-Branche in den USA. Die neuen Steuergesetze machen es für Venture Capitalists unattraktiv, weiter in den USA zu investieren. Folge ist, dass sie ihre Mittel in steuerfreundlicheren Gegenden auf der Welt investieren, vorwiegend im asiatischen Raum. Dies trifft die USA gleich zweimal: Kurzfristig entgehen den USA Steuereinnahmen, weil die neuen Arbeitsplätze in anderen Ländern auf der Welt entstehen. Längerfristig wird die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft geschwächt, weil kein Geld mehr in Seed Money- und Early Stage-Projekte fliesst.
Es tut gut, einmal aus Schweizer Sicht in einer Schweizer Zeitung einen aufbauenden Artikel zu lesen. Von den Stärken des Landes zu lesen. Und von den Chancen, aus der Position dieser Stärke durchzustarten, wenn die Wirtschaftskrise hoffentlich schon bald überstanden ist.
Eine im Vergleich zum umliegenden Ausland tiefere Verschuldung ermöglicht der Schweiz einerseits niedrigere, wettbewerbsfähigere Steuern und gleichzeitig die Möglichkeit für die öffentliche Hand, mehr Geld in Ausbildung und Forschung zu investieren. Die niedrigeren Steuern ermöglichen den Unternehmen, mehr Geld in Forschung, Entwicklung, Produktion, Marketing und Projekt Management Training zu stecken. Dies führt zu einer Stärkung der Wettbewerbskraft, was wiederum zu höheren Gewinnen der Unternehmen und im internationalen Vergleich zu noch vorteilhafteren Steuern führt, die noch mehr erfolg-reiche Unternehmen anziehen. Daraus resultieren noch stärkere Muskeln von Unternehmen und öffentlichem Dienst. Die Wettbewerbsfähigkeit steigt weiter.
Merci und bravo NZZ! Kein Wunder, ist das Ausland manchmel mehr als nur ein bisschen neidisch auf uns.
Die liberale Partei FDP hat im August 2009 ihre Innovationsstrategie präsentiert. Ziel dieses Programms ist es, in der Schweiz Wirtschaftswachstum und Wohlstand zu fördern und 40’000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Für die Finanzierung dieser Strategie sollen 0,5 % der in den Pensionskassen angesparten Gelder eingesetzt werden.
Das Ziel des Programms ist grundsätzlich richtig. Die ins Auge gefasste Vorgehensweise ist jedoch unscharf. Sie zielt am Kern der Sache vorbei und adressiert die wirklichen Kernprobleme nicht. Ergebnis ist ein Sammelsurium von Forderungen und Massnahmen, das letztendlich die gewünschte Wirkung nicht erreichen wird.
Wie wäre vorzugehen, um wirklich Erfolg zu erzielen, und das anvisierte Ziel von 40’000 neuen Arbeitsplätzen noch zu übertreffen?
1. Welches ist in der Innovation in der Schweiz das Kernproblem?
Wir haben in der Schweiz einen guten Forschungsstandort. An den beiden ETH’s, den Universitäten und den Fachhochschulen werden genügend neues Wissen, genügend neue Erfindungen und genügend neue Patente erzeugt. Die Knackpunkte auf der wissenschaftlichen Seite sind, dass diese Erfindungen teilweise auf den falschen Gebieten erfolgen, und dass viel zuwenige dieser Erfindungen in neue, marktfähige Produkte umgesetzt werden.
Das führt zum wahren Kern des Problems, der Lücke “Science-to-Business”. Und dies meine ich wörtlich. Wenn “Business” gemeint ist, dann sprechen wir von raschwachsenden Unternehmen wie zum Beispiel Microsoft, Google, Logitech, Brack, Ferag, Franke, SFS, Stadler Rail und Mettler-Toledo. Mit Start-up’s, die nach 5 oder 10 Jahren 10 – 20 Mitarbeitende beschäftigen lässt sich das von der FDP anvisierte Ziel nicht erreichen. Da gibt es wirksamere Lösungsansätze.
Folgerung: Wir brauchen in der Schweiz nicht noch mehr Erfinder, sondern Unternehmer vom Typ eines Alfred Escher. Unternehmer, die zur Lösung eines Finanzierungsproblems die Schweizerische Kreditanstalt erfinden. Unternehmer, die zum Lösen der beim Bau der Gotthardbahn angetroffenen Probleme eine ETH gründen. Das ist Innovation. Das ist Unternehmertum, das Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und Wohlstand schafft.
Die Frage ist: Was müssen wir tun, um in der Schweiz neue Alfred Escher hervorzubringen?
2. Was kann die Schweiz für die Innovationsstrategie von anderen lernen? 2.1. Projekt- und Firmenarten, die gefördert werden
Folgende Phänomene sind hier zu betrachten:
Die Erfahrung zeigt, dass mit Mitteln der Wirtschaftsförderung mit 10’000 Franken Einsatz Unternehmen mit 100’000 Franken Umsatz angesiedelt werden können. Das ist ein Hebeleffekt von 10:1.
Nicht ganz so vorteilhaft sieht es in Unternehmen mit internem Wachstum aus. Die Faustregel sagt, dass für einen Franken zusätzlichen Umsatz eine Vorinvestition von einem Franken getätigt werden muss. Das ist ein Wirkungsgrad von 1:1.
Die Pensionskassenvermögen in der Schweiz betragen zirka 600 Mia Franken. Werden wie von der FDP postuliert 0,5 % für die Innovationsförderung investiert, entspricht dies 3 Mia Franken. Nun ist leicht errechenbar, dass mit diesen Mitteln mit Wirtschaftsförderung 300’000 Arbeitsplätze erzeugt werden können. Mit Investitionen in Start-up’s resultieren aber lediglich 30’000 Arbeitsplätze. Dies legt es nahe, die Pensionskassenmittel nicht in Start-up’s zu investieren, sondern in die Expansion von Unternehmen, die es bereits gibt. Die Statistik zeigt weiter, dass bei den Start-up’s in der Seed Money- und der Early Stage Phase die Floprate bei 80 % liegt. Dies zeigt schon rein statistisch, dass es keine gute Stossrichtung ist, Pensionskassengelder in Start-up’s zu investieren.
Die Finanzierung von Seed Money und Early Stage Projekten ist Sache von Privaten und hochspezialisierten Venture Capital Gesellschaften mit spezifischen Branchenkenntnissen, nicht von Pensionskassen. Lohnenswert für Pensionskassen wird es, wenn das Unternehmen so gross ist, dass ein bereits im Markt befindliches Produkt da ist, eine Organisation und eine Geschäftsleitung, die schon bewiesen hat, dass sie ein Unternehmen zum Erfolg führen kann. Diese erfolgreichen Start-up’s gelangen in der Regel in eine intensive Phase des Unternehmenswachstums. Unternehmenswachstum ist kapitalintensiv. Hier zu investieren ist für Pensionskassen bedeutend aussichtsreicher. Die Vorlaufzeiten sind kürzer, die erzielbaren Erträge höher und das unternehmerische Risiko ist bedeutend kleiner.
Der Stadtstaat Singapur hat verschiedene Fact Finding Missions durchgeführt die zeigen, dass dies zum Schaffen von Unternehmen und Arbeitsplätzen das erfolgversprechendste Modell ist. Der Erfolg von Singapur spricht für sich.
2.2. Konzentration der Mittel Wenn wir von Innovation sprechen liegen immer neue Technologien zugrunde. Die Erfindung der Dampfmaschine, der Eisenbahn, des Radios, des Computers, des Internets: immer liegen neue Technologien zugrunde. Technologien kennen keine Grenzen. Professor Michael Porter hat vor einigen Jahren gezeigt, dass es Zusammenhänge gibt zwischen erfolgreichen Regionen auf der Welt und den in der entsprechenden Region vorhandenen Fähigkeiten. Die Abstimmung der Innovationsschwerpunkte mit den Fähigkeiten der Schweiz ist folglich ein Muss. Das Bilden von Innovationsclustern hat weiter den Vorteil, dass eine kritische Masse entsteht. Diese schafft auch Konkurrenz, die anspornt. Als Beispiel mag das Silicon Valley dienen, die Wiege der Computerindustrie.
Die Stärken der Schweiz sind die Arbeitssamkeit der Bevölkerung, die natürliche Fähigkeit der Exaktheit und Präzision, das sich bewusst sein des Fehlens natürlicher Rohstoffe, das die Erfindungsfähigkeit fördert. Ein denkbarer Cluster ist die Kombination von Feinwerktechnik, Elektronik und Software. Dazu gehört sicherlich auch die Medizintechnik. Der gegenwärtige Kondratjeff-Zyklus ist immer noch von der Informatik angetrieben, die wir in der Schweiz überwiegend verpasst haben. Dabei sind exzellente Voraussetzungen da, wenn man sieht was Unternehmen wie Myriad Group und Noser Engineering in der jüngsten Vergangenheit für die Mobiltelefon-Industrie geleistet haben. Neue Gebiete, die sich eröffnen, sind die dezentrale Erzeugung von elektrischer Energie mit Sonne, Wind und Erdwärme. Das Wachstum der Menschheit und die weitere Verstädterung auf der Erde bedingen neue Methoden der Nahrungsmittelproduktion, -verarbeitung und -distribution. Der auf IKT folgende Kondratjeff-Zyklus könnten die Materialwissenschaften sein. Mit rund 40 Professoren, die in der Schweiz auf dem Gebiet der Nanotechnologie bereits tätig sind, besteht hier schon ein guter Kristallisationspunkt. Zusätzlich Weltklasse ist die Schweiz nicht nur in Chemie, Biotechnologie und Pharma. Mit 25 % Weltmarktanteil im Private Banking und grossen Versicherungen aller Art bestehen im Tertiärsektor ebenfalls ausgezeichnete Voraussetzungen.
Die Konzentration auf die richtigen Gebiete und die Auswahl dieser Cluster ist ein Erfolgsfaktor für das Gelingen des Programms der FDP.
3. Ordnungspolitische Traktanden Die FDP regt an, die besten Studenten in die Schweiz zu holen. Mein Gegenvorschlag ist es, die besten und die richtigen Professoren in die Schweiz zu holen. Professoren, die nicht nur wissenschaftlich Topshots sind, sondern auch exzellente Lehrer. Lehrer, die auch Freude an der Anwendung und Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse haben. Professoren mit Wurzeln in der Industrie. Professoren mit Verbindungen in die Industrie zu raschwachsenden Unternehmen. Damit wird ein 20 x höherer Wirkungsgrad erzielt. Auswahlkriterium wäre dann nicht mehr, wieviele wissenschaftliche Papiere ein Professor geschrieben hat, sondern wieviele Milliarden Umsatz in der Industrie erzeugt werden, basierend auf seinen wissenschaftlichen Arbeiten.
4. Die Kernpunkte der Innovationsstrategie 2.0 für die Schweiz sind demzufolge:
Ziel des Programms
Auch in 20 Jahren soll die Schweiz zu den 5 innovativsten Ländern der Welt gehören.
Finanzierung
Zu diesem Zweck sollen 0,5 % des Pensionskassenkapitals für die Finanzierung von nachhaltigen, raschwachsenden Unternehmen investiert werden.
Schwerpunkte
Die Schweiz braucht Klasse. Um eine klare Fokussierung zu erreichen werden vier bis maximal fünf Branchencluster ausgewählt. Gefördert werden Expansionsvorhaben von bereits bestehenden Unternehmen. Entscheidungskriterium für die Mittelvergabe sind die Anzahl der entstehenden neuen Arbeitsplätze und die Qualität des Steuersubstrats.
Rahmenbedingungen
Der Schweiz muss es gelingen, die besten Köpfe für sich zu gewinnen. Dies realisiert sie, indem an den ETH’s, Universitäten und Fachhochschulen die besten Professoren aus der ganzen Welt engagiert werden, die ihre Forschungsergebnisse auch in industrielle Anwendungen umsetzen können. Ergebnis dieser Hochschulausbildung sollen Studenten sein, die wissenschaftlich gut qualifiziert sind und die während ihrem Studium gleichzeitig unternehmerisches Denken und Verhalten erlernt und durch ihre Lehrkräfte quasi mit der Muttermilch verabreicht bekommen haben.
Die Regierungen in den westlichen Ländern merken langsam, dass ihre Konzepte Auslaufmodelle sind. Die jüngste Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass die Globalisierung bei allen Vorteilen auch ein paar Schattenseiten hat. Es ist wohl von niemandem erwartet worden, dass durch die Finanzkrise in den USA der Konsum zurückgeht, dadurch in den chinesischen Fabriken viel zu wenig Aufträge da sind und als Folge davon wiederum bei den europäischen Betriebsmittelherstellern das Licht ausgeht.
Die USA haben in diesem Zusammenhang auch gemerkt, dass sie langsam aber sicher ihre Wettbewerbsstärke verlieren, weil ihre industrielle Basis wegerodiert.
Die Managementelite zeigt gegenwärtig einen äusserst schwachen Auftritt. Teilweise liegen unterhaltsame Tage hinter uns, teilweise beschämende, wenn man die Resultate von Unternehmen anschaut.
Als Beispiel kann in der Schweiz die UBS dienen, in Deutschland Porsche, in den USA Lehmann Brothers. Professor Chris Bones, Dean der Henley Business School , ortet die Ursache dafür im Wertesystem, das dem Begriff “Leadership” in unserer Gesellschaft in der jüngsten Vergangenheit zugrunde liegt.
Die gegenwärtige Interpretation von Leadership hat dazu geführt, dass Unternehmen nicht mehr grosse Ziele und Werte erreichen, sondern einen narzisstischen Personenkult pflegen, in dem Löhne und Boni bezahlt werden, die in überhaupt keinem Verhältnis zur dahinter stehenden Leistung mehr stehen. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise zeigt, was die Leistung solcher hohlen Führungsfiguren wert ist: nichts. Absolut nichts. Gigantische Werte werden vernichtet. Vertrauen zerstört. Von Nachhaltigkeit keine Spur.
Hervorgebracht hat diese Figuren eine Gesellschaft, die so ziemlich jeden Bodenkontakt verloren hat. Bones schlägt vor, hier tabula rasa zu machen. Sich vom “Mary Poppins Modell” zu verabschieden, in dem eine Führungskraft perfekt und unfehlbar ist. Es gibt zuviel Ungewissheit in der Welt, die an irgend einem Punkt nicht beherrschbar ist.
Wir brauchen eine Leadership, der man wieder trauen kann. Das heisst, die Werte hinter den Werten zu hinterfragen, die “Leadership” definieren. To judge those of whom we have expectations, we must understand and appreciate the difference between values and value,stellt Bones fest.
Um sich mit diesen Herausforderungen auseinanderzusetzen schlägt Bones drei Punkte vor:
Firmen, Verwaltungsräte und Aktionäre – und auch Regierungen – sollen Führungskräfte rekrutieren, bei denen auch die persönlichen Wertvorstellungen und das persönliche Verhalten stimmen.
Eine verantwortungsbewusste Organisation soll ein Salärsystem definieren, das auch mit dem gesunden Menschenverstand kompatibel ist.
Der Schlüssel zu einer robusteren Führung ist eine robustere Governance. Das Reporting und Auditing muss auch Wertvorstellungen umfassen. Das Reporting muss transparent sein. Regulierungen müssen Zähne haben.
HSP-Kanzlerkandidat Horst Schlämmer hat sich heute in Berlin vorgestellt. N24 und n-tv berichteten live.
Schwerpunkt in seinem Programm:
„Ich garantiere ein Grundeinkommen von 2500 Euro für jeden Bürger, und zwar ab der Geburt. Wie ich das finanzieren werde, weiß ich noch nicht, aber es hört sich ja erst mal gut an.“ So erklärt der Kanzlerkandidat den Leitspruch seiner konservativ-liberal-linken Partei.
Für den Herbst 2009 wird auch in der Schweiz damit gerechnet, dass sich die Schweinegrippe-Fälle häufen werden.
Ein Bericht im Tages-Anzeiger zeigt auf, wie sich die zwei Grossverteiler Coop und Migros auf die zu erwartende Pandemie vorbereiten. Es wird davon ausgegangen, dass durch krankheitsbedingte Personalausfälle der Service reduziert werden muss. Es wird ein Fokus auf die lebensnotwendigen Produkte geplant. Die Hygieneanforderungen werden verschärft, vor allem auf Kundenseite. Frischprodukte werden abgepackt verkauft, damit sie nicht mehr von jedermann “betööpelt” werden können. Kunden müssen vor dem betreten des Ladens die Hände waschen und desinfizieren, und möglicherweise beim Einkaufen eine Maske tragen.
Das ist auch eine Form der Innovation. Das sich Vorbereiten auf eine Umwelteinwirkung, die nur schwierig planbar ist, um deren Auswirkungen und vor allem deren Multiplikation zu vermindern und zu vermeiden.
Die Online-Wirtschaftszeitung “Cash” meldet, HP, IBM und Microsoft hätten beschlossen, einen eigenen Branchenverband zu gründen, der die Interessen der Branche gegenüber “Bern” besser vertreten solle. Ziel ist es, einen Verband zu schaffen, der es von Grösse und Gewicht mit Swissmem aufnehmen könne.
Betrachtet man die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologien im gegenwärtigen Kondratjeff-Zyklus stellt sich tatsächlich die Frage, wie diese Branche in Bundesbern vertreten ist. Ein milliardenschweres Konjunkturprogramm in Richtung ICT würde jedenfalls strukturell und steuersubstratmässig wesentlich mehr bewirken als die bis jetzt angedachten Betonprogramme.
Wie dem auch sei. Jeder neue Verband, der es fertigbringt, im Bundeshaus die Einsicht und das Verständnis zu erhöhen, dass die ICT die gegenwärtige Triebkraft unseres Wohlstands ist und wohl noch eine Weile bleiben wird, ist zu begrüssen. Hilft dieser Verband mit, die Mittel des Bundes weg von Strukturerhaltung nicht mehr wettbewerbsfähiger Branchen in neue, wertschöpfungsintensive Bereiche zu lenken, ist er doppelt zu begrüssen. Längerfristig steigen damit Wettbewerbsfähigkeit und Steuersubstrat der Schweiz, was wiederum allen zugute kommt in der Form niedrigerer Steuern.
Der Bericht über die aktuelle Geschäftslage von Harley-Davidson zeigt mit aller Brutalität, in welch miserabler Verfassung die Konjunktur ist, wie in den Unternehmen restrukturiert werden muss und welche Konsequenzen sich daraus für den Arbeitsmarkt ergeben.
Umwandlungen noch unbekannten Ausmasses kommen auf die Fahrzeugindustrie zu. Diese hat zehn Jahre mit 30 % Überkapazität gelebt. Nun überlagern sich mehrere Effekte gleichzeitig:
Der Fahrzeugabsatz geht zurück, weil die Lebenszyklen von Motorfahrzeugen durch die Besitzer ausgefahren werden. Neuanschaffungen werden erst getätigt, wenn es technisch notwendig ist.
Die hohen Treibstoffpreise und die Vorsicht aufgrund der unsicheren Zukunftsperspektiven führen dazu, dass nicht mehr so viel Auto wie möglich, sondern nur noch soviel wie nötig gekauft wird. Der Trend geht zu kleineren, günstigeren Autos.
Folge ist, dass nicht nur die 30 % Überkapazität in der Automobilbranche abgebaut werden, sondern aufgrund der kleineren Fahrzeuge das Volumen der Branche zusätzlich schrumpft.
Die Herausforderung für die Industrieländer ist, neue Arbeitsplätze zu schaffen im Umfang von ungefähr der Hälfte der in der Automobilindustrie beschäftigten Menschen.
Der Autor beschreibt eine interessante Hypothese: Die öffentliche Hand kann nicht mehr als Retter von Unternehmungen auftreten, weil sie kein Geld mehr hat. Zur Sanierung der öffentlichen Haushalte muss sie sich so rasch als möglich von ihren “Beteiligungen” wieder lösen. Die Rolle des Finanzpartners könnten hier Private Equity Firmen übernehmen.
Das Schweizerische Staatsskretariat für Wirtschaft (Seco) hat vor dem Hintergrund der Bankenkrise bei kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen eine Umfrage über die Art der Unternernehmensfinanzierung durchgeführt.
Das Ergebnis ist verblüffend, aber sehr positiv:
68 % der Unternehmen arbeiten gänzlich ohne Bankkredite, sind also vollständig eigenfinanziert. Im letzten halben Jahr haben lediglich 10 % der Firmen um einen Bankredit nachgesucht. Die Untersuchung zeigt, dass vor allem ältere und grössere Firmen auf Fremdfinanzierung angewiesen sind.
Das heisst, dass die Struktur und das unternehmerische Verhalten der Schweizer Unternehmen grundsätzlich sehr gesund ist.
Weiter lässt dies den Schluss zu, dass Wirtschaftsförderung mit hoher Wahrscheinlichkeit bedeutend wirksamer ist als “Konjunkturprogramme “. Ein Arbeitsloser kostet den Staat statistisch etwa 100’000 Franken. Mit Wirtschaftsförderung kann mit etwa 10’000 Franken ein neuer Arbeitsplatz geschaffen werden.
Die Studie des Seco legt weiter den Schluss nahe, dass bei der Förderagentur für Innovation KTI weniger super-duber Hight-Tech-Projekte gefördert werden sollten, sondern mit Schwergewicht Unternehmen in Branchen, die nachhaltige Arbeitsplätze schaffen in einem Zeitraum von 5 – 8 Jahren. Damit würde der Grundstein gelegt für ein nachhaltiges Steuersubstrat.
Parallel zur Rekalibrierung der Aktivitäten der KTI könnte von privater Seite eine Initiative gestartet werden. Gutverdienende Führungskräfte stehen gegenwärtig in den Medien unter Feuer. Sie könnten ein Programm lancieren, in dem 50 – 100 Mio Franken von privater Seite zur Verfügung gestellt werden, um eben solche Unternehmen zu fördern. Ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe der Fördermittel wäre, wieviele neue Arbeitsplätze damit über die Zeit geschaffen werden. Das würde dem Standort Schweiz helfen und der Öffentlichkeit zeigen, dass gutverdienende Menschen nicht einen Stein oder eine Rechenmaschine in der Brust haben, sondern ein Herz und Mut.
Das ist auch der sicherste Schutz der Arbeitsplätze.